IIDEA - Inklusion und Integration durch Cobots auf dem ersten Arbeitsmarkt

  Person im Rollstuhl mit Roboter vor Transporter Urheberrecht: © Thomas Knobloch

Ansprechpartner

Foto von Reza Youness © Urheberrecht: IGMR

Name

Reza Youness-Sinaky

Industriemechaniker

Telefon

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+49 241 80-95557

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Projektstatus

laufend

 

Kollaborative Robotik ermöglicht Inklusion

Kollaborative Robotik befähigt die Inklusion und Integration von schwerbehinderten Menschen auf dem ersten Arbeitsmarkt. Menschenzentriert können so neue und an die individuellen Bedürfnisse schwerbehinderter Menschen angepasste Arbeitsplätze und -formen geschaffen werden. Und das nicht am Rande, sondern im Zentrum der Digitalisierung und der Industrie 4.0. Es bedarf nun eines nächsten Schrittes, nämlich offensiv diese neuen Arbeitsformen in der Industrie zu etablieren.

 

Motivation

Schwerbehinderte Menschen werden nur unzureichend in die Arbeitsabläufe in der industriellen Fertigung und Montage integriert. Oft arbeiten diese in Behindertenwerkstätten, im Folgenden kurz Werkstätten genannt, wo sie eher isoliert vom regulären Arbeitsmarkt agieren.


Wenn schwerbehinderte Menschen in industrielle Betriebe integriert werden, dann zumeist nur in sehr einfachen Tätigkeiten und isoliert von den übrigen Arbeitnehmerinnen und Arbeitsnehmern. Dies führt nicht zu einer Inklusion, sondern nur zu einer Integration in Form von Separation, in der sich schwerbehinderte Menschen nicht integriert fühlen und somit auf Dauer sozial und räumlich ausgegrenzt werden.


Zur Verbesserung der Inklusion schwerbehinderter Menschen sowohl in Werkstätten als auch im industriellen Umfeld spielen kollaborative Roboter eine zentrale Rolle. Kollaborative Roboter können die geminderten Leistungsfähigkeiten der schwerbehinderten Menschen zielgerichtet ausgleichen und ihnen somit eine vollwertige Teilnahme am ersten Arbeitsmarkt ermöglichen.


Verschiedene Projekte und Ansätze setzen kollaborative Roboter ein, um behinderte Menschen bei Tätigkeiten des ersten Arbeitsmarktes zu unterstützen. Die zahlreichen Vorarbeiten und Projekten zeigen deutlich, dass das Thema Inklusion durch kollaborative Roboter und das damit verbundene Potential nicht vollständig genutzt wird.

 

Ziel

Unser Ziel ist es, Schwerbehinderten kollaborative Robotik zugänglich zu machen und damit ihr Selbstwertgefühl und ihre Inklusion dauerhaft zu stärken. Hierzu werden folgende Dienste angeboten:

  • Fortbildungs- und Informationsveranstaltungen,
  • Schulungen und Beratung,
  • modulare und anpassbare Roboterarbeitsplätze und
  • ein Infomobil zum Kennenlernen der Technologien im Hands-On-Ansatz.

Neben der deutschlandweiten Information und Schulung zum Aufbau von neuen kollaborativen Arbeitsplätzen und zur Inklusion schwerbehinderter Menschen in Betrieben des ersten Arbeitsmarktes sind diverse Aufmerksamkeitsprojekte geplant, die eine weite Verbreitung der Thematik fördern und zum Anwachsen an inklusiven Betrieben führen sollen. Es soll ein Netzwerk geschaffen werden, das aus Anwenderinnen und Anwendern, schwerbehinderter Menschen sowie Interessentinnen und Interessenten besteht.

 

Vorgehen

Zur Verbesserung der Anwendung von kollaborativen Robotern bieten wir Fortbildungs- und Informationsveranstaltungen sowie individuelle Schulungen und Beratung an. Hierbei profitieren Nutzende, Anwenderinnen und Anwender sowie Industriepartner von unseren langjährigen Erfahrungen zu Gestaltungsprinzipien, Möglichkeiten und Ausstattungsvarianten kollaborativer Arbeitsplätze.


Ferner ist die Anpassung an die Anforderungen und Fähigkeiten der Nutzenden von zentraler Bedeutung. Dazu passen wir die kollaborative Roboterunterstützung an die individuellen Fähigkeiten der schwerbehinderten Menschen unter Berücksichtigung der Robotereigenschaften, der Arbeitsplatzhardware und der Arbeitsprozesse an. Hierzu wird ein Modellarbeitsplatz entwickelt, der aufgrund des modularen und anpassbaren Aufbaus sehr schnell und individuell anpassbar ist. Aufgrund seiner Mobilität kann der Arbeitsplatz vor Ort durch Nutzende, Werkstätten und industrielle Anwenderinnen und Anwender getestet werden.


Zur Gewährleistung einer räumlich unabhängigen Präsentation und Nutzung der Roboter, wird ein Transporter mit einem integrierten Arbeitsplatz als Infomobil entwickelt. Mit diesem Infomobil können dann betroffene Einzelpersonen sowie Anwenderinnen und Anwender in Werkstätten und Industrie besucht werden.


Inklusion kann nur durch Zusammenarbeit funktionieren, deshalb sind wir an einem breiten Netzwerk und einer großen Teilhabe im Projekt interessiert. Am Projekt können sich sowohl Menschen mit Einschränkungen oder Schwerbehinderungen als auch Werkstätten, Verbände, industrielle Anwenderinnen und Anwender als auch Hersteller und Vertrieb von Robotern und Zubehör beteiligen. Zudem können sich Industrie- und Handelskammern, Vereine und Organisationen dem Projekt anschließen. Neben der Teilhabe im Projektnetzwerk ist auch eine Mitgliedschaft im Projektbeirat möglich.

 

Förderung

Fortbildungsprojekt gefördert durch den Ausgleichfond des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales